FHNW Campus Dreispitz Basel

Wettbewerb, 2017, 1. Preis; Ausführung 2024-2026
Ansicht von der Reinacherstrasse, Foto: Piotr Hraptovich

Ansicht von der Reinacherstrasse

Foto: Piotr Hraptovich

Der Dreispitz: Von der Logistik-Enklave zum Wissens-, Kultur- und Bildungsstandort

Auf dem Basler Dreispitz, einer ehemaligen Logistik-Enklave aus Gleisen und Lagerhallen, entsteht mit dem FHNW Campus Dreispitz ein neuer Standort für die Hochschule für Wirtschaft und die Hochschule für Informatik. Konzipiert als Ideenwerkstatt – als wandlungsfähiges, infrastrukturelles Raumgerüst – nimmt der 200 Meter lange und 27 Meter hohe Neubau die industrielle Rohheit des Ortes auf. Sein stabiles Skelett und seine anpassbaren Systeme halten die Räume offen für das, was Lehre und Forschung noch werden können.

Das Unprätentiöse, Zweckmässige und Rohe prägt den unmittelbaren Kontext des Basler Dreispitz. Zwischen bestehendem Gewerbe, Logistikunternehmen und industrieller Produktion werden ab dem Herbstsemester 2026 rund 1200 Studierende und 150 Mitarbeitende die neuen Hochschulstandorte beziehen.

Schwarzplan Areal Dreispitz

Schwarzplan Areal Dreispitz

Die Logik der Lagerhalle

Der Entwurf des Neubaus reagiert auf die herausfordernde lineare Geometrie des Grundstücks, das etwa 200 Meter lang und nur 30 Meter breit ist. Diese Linearität, die an die ehemaligen Lagerhallen des Areals erinnert, wird zum Ausgangspunkt des Entwurfs und definiert Sequenz, Orientierung und Adressierung. Programmatisch wird das Gebäude über mehrere zurückspringende Staffelgeschosse entwickelt: Publikumsintensive und kollektive Funktionen wie Aula, Bibliothek und Mensa belegen die breiteren unteren Etagen. Lehr- und Lernbereiche bilden die aktive Mitte, während Institute und Verwaltung in den schmaleren oberen Ebenen untergebracht sind.

Ausschnitt Situationsmodell mit dem Neubau

Ausschnitt Situationsmodell mit dem Neubau

Konzeptmodell; zwei interne Kerne gliedern die lange Struktur in drei Zonen, ohne aber Trennung zu schaffen.

Konzeptmodell; zwei interne Kerne gliedern die lange Struktur in drei Zonen, ohne aber Trennung zu schaffen.

Erdgeschoss, Foto: Piotr Hraptovich

Erdgeschoss

Foto: Piotr Hraptovich

Wissen zirkuliert

Im Innern wird das Gebäude durch zwei komplementäre Logiken strukturiert: offene Felder und integrierte Kerne. Die weiten, offenen Lernfelder bieten flexible und neu konfigurierbare Räume, die für eine «Ideenwerkstatt» unerlässlich sind. Hier findet Lernen und Forschen in offenen Umgebungen statt, was den Dialog über Disziplinen und Jahrgänge hinweg fördert.

Im Gegensatz dazu stehen die zwei konzentrierten, skulpturalen Treppenanlagen. Sie sind mehr als reine Erschliessungselemente; sie bilden soziale Infrastrukturen. Über mehrere Etagen durch Lufträume verbunden, strukturieren sie die Bewegung, schaffen Orientierung und eröffnen Blickbeziehungen zwischen den Ebenen. So wird Zirkulation zu einem Moment der Begegnung und des Austauschs.

Schnittmodell skulpturalen Treppenanlage; Wettbewerb 2017

Schnittmodell skulpturalen Treppenanlage; Wettbewerb 2017

Axonometrie Konzept Ortbeton; Das Untergeschoss und die beiden Erschliessungskerne werden sind in Ortbeton.

Axonometrie Konzept Ortbeton; Das Untergeschoss und die beiden Erschliessungskerne werden sind in Ortbeton.

Axonometrie Konzept Fertigbauteile; Grossflächige Zonen in vorgefertigter Bauweise ergänzen die Teile aus Ortbeton.

Axonometrie Konzept Fertigbauteile; Grossflächige Zonen in vorgefertigter Bauweise ergänzen die Teile aus Ortbeton.

Wissen zirkuliert: Über mehrere Etagen durch Lufträume verbunden, schaffen die zwei Treppenanlagen Bewegung, Orientierung und eröffnen Blickbeziehungen zwischen den Ebenen. Zirkulation wird zu Momenten der Begegnung und des Austauschs., Foto: Piotr Hraptovich

Wissen zirkuliert: Über mehrere Etagen durch Lufträume verbunden, schaffen die zwei Treppenanlagen Bewegung, Orientierung und eröffnen Blickbeziehungen zwischen den Ebenen. Zirkulation wird zu Momenten der Begegnung und des Austauschs.

Foto: Piotr Hraptovich
Die offene Lernfelder bieten flexiblen, neu konfigurierbaren Räume, die für eine «Ideenwerkstatt» unerlässlich sind. Lernen und Forschen findet in offenen, durchlässigen Umgebungen statt., Foto: Piotr Hraptovich

Die offene Lernfelder bieten flexiblen, neu konfigurierbaren Räume, die für eine «Ideenwerkstatt» unerlässlich sind. Lernen und Forschen findet in offenen, durchlässigen Umgebungen statt.

Foto: Piotr Hraptovich
Ansicht von der Reinacherstrasse, Foto: Piotr Hraptovich

Ansicht von der Reinacherstrasse

Foto: Piotr Hraptovich

FHNW Campus Dreispitz Basel

2026
Beschränkter Wettbewerb
2017
1. Preis
Adresse

Dornacherstrasse 394
4053 Basel
Schweiz

Auftraggeber
Kanton Basel-Stadt vertreten durch das Finanzdepartement des Kantons Basel Stadt, Immobilien Basel-Stadt
Realisierung
2024
2026
Team
Piet Eckert, Wim Eckert, Alexander Struck, Omar González Guijarro, Borja Fernández Goñi, Cosimo Caccia, Dario Karakas, Carla Llaudo, Viktor Kakos, Jakub Niebrzydowski, Tânia Roque, Tudor Stefanescu, Alicja Stefaniak, Felix Yaparsidi, Lukasz Wlodarczyk.
Fachplaner

Total Contractor: Allreal Generalunternehmung AG, Zürich
Structural Engineering: Jauslin Stebler AG, Muttenz
Building Services: Eberle Engineering AG, Zürich, Waldhauser + Hermann AG, Münchenstein, PZM Ingenieure für Gebäudetechnik AG, Zürich
Building Physics: Jauslin Stebler AG, Muttenz
Electrical Engineering: Hefti. Hess. Martignoni. Zürich AG, Zürich 
Façade Engineering: Feroplan Engineering AG, Zürich
Landscape Architecture: Raymond Vogel Landschaften AG, Zürich
Sustainability: Intep Integrale Planung GmbH, Berlin
Fire Safety: Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG, Zürich

Disclaimer: Der Gebäudeentwurf, die architektonische Grundkonzeption und die architektonische Umsetzung des FHNW Campus Dreispitz stammen von E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten; realisiert im Team mit Allreal Generalunternehmung AG. Das Interior- und Learning Design wurde in einem separaten Mandat von Evolution Design im Auftrag der FHNW erarbeitet und umgesetzt. Die entsprechende Gestaltung und Umsetzung sind nicht dem architektonischen Entwurf von E2A zuzurechnen.